Leistungsspektrum

  • Bestimmung der somatischen Zellzahl mit modernem Untersuchungsgerät (Fossomatic FC)
  • Erregernachweis auf Äskulin Blutagar und Differenzierung entsprechend der DVG Leitlinien zur Isolierung und Identifizierung von Mastitiserregern (alternativ: MEDI / PathoProof™)
  • Resistenztest (Agardiffusionstest) mit bis zu 16 unterschiedlichen Antibiotika unter Berücksichtigung Ihrer WUNSCHANTIBIOTIKA
  • Spezieller Ansatz auf YGC Agar zum Nachweis von Hefen (bei Verdacht auf Hefemastitis) möglich
  • durch internationale Ringtests abgesicherte Ergebnisse
  • kostenfreier Probentransport von unseren festen Abholpunkten
  • kostenfreie Bereitstellung von Leergutzur Probenahme
    (Versandkarton SÜSSE-Box oder Vorratskarton)

Probenahme

Für die Einsendung von Milchproben stellen wir Ihnen Proberöhrchen mit Konservierung zur Verfügung. Wir liefern diese Röhrchen im Karton (40 Röhrchen) zusammen mit den Probenbegleitscheinen und einer Probenahmeanleitung aus. Auf Wunsch erhalten Sie postzugelassene Versandkartons (SÜSSE-Box).

Sie können diese Kartons kostenfrei über Ihren Kontrollverein anfordern oder direkt von uns beziehen. Rufen Sie uns an oder senden Sie uns ein Fax oder eine Mail.

Tel.: 04231 / 9895-0
Fax: 04231 / 9895-40
Mail: info[at]milchuntersuchung.de

Lagern Sie die genommenen Proben bitte stets kühl und senden Sie uns die Proben über den Probentransport, den Tanksammelwagen oder per Post zu.
Eine korrekte Probenentnahme entscheidet über die Aussagekraft und Verwendbarkeit der ermittelten Untersuchungsergebnisse. Gelangen Fremdkeime in die zu untersuchende Milch, lassen sich die Mastitiserreger nicht bzw. nicht eindeutig identifizieren. Dieses hat zur Folge, dass zu spät (erneute Probenahme) mit einer Behandlung begonnen wird, bzw. eine falsche Diagnose den Behandlungserfolg in Frage stellt. Die daraus entstehenden Mehrkosten lassen sich durch die Berücksichtigung der Regeln für die Probenahme vermeiden!
Proberöhrchen mit Borsäure konserviert

Probenentnahme beim Rind

Die Richtlinien für die Entnahme von Milchproben orientieren sich an den Leitlinien der DVG-Fachgruppe „Milchhygiene“ und des Sachverständigenausschuss „Subklinische Mastitis“ (2. Auflage, 2009, ISBN: 978-3-941703-22-3).

Für den Nachweis euterpathogener Erreger im Rahmen der Mastitisdiagnostik sind Viertelanfangsgemelke zu entnehmen. Lediglich bei Verdacht auf Infektionen mit Hefen sind Viertelendgemelke sinnvoll. Die Proben sollten vorzugsweise zur normalen Melkzeit entnommen werden. Die klinische Untersuchung des Euters hinsichtlich Beschaffenheit des Drüsenparenchyms, Zitze und Zitzenkuppe erfolgt unmittelbar nach dem Ausmelken. Die klinischen Befunde sollten auf dem Untersuchungsantrag festgehalten werden.

Die Beurteilung der Eutergesundheit allein auf der Basis zytologischer und mikrobiologischer Befunde ist aus Milchproben, die während der ersten 5 Tage nach dem Abkalben gezogen wurden sowie aus Milchproben von Rindern, die weniger als 2 kg Milch geben, nicht immer ausreichend sicher möglich.

Die Entnahme von Trockenstehersekret ist ein Sonderfall. Nach der Entnahme müssen die Zitzenkuppen mit einem den EU-Verordnungen entsprechenden Zitzendesinfektionsmittel behandelt werden.

Vor der Probenentnahme sollten die Viertel möglichst trocken von groben Verschmutzungen befreit werden (Reinigungstücher aus Zellstoff oder sonstigen Einwegmaterialien). Eine nasse Reinigung mit Trinkwasser oder einer schwachen Desinfektionslösung ist nur bei groben Verunreinigungen notwendig. Die anschließende Trocknung erfolgt ausschließlich mit Einwegtüchern. Nach der Reinigung werden die ersten drei Milchstrahlen gesondert in einen Vormelkbecher gemolken und auf sinnfällige Veränderungen geprüft. Im Übrigen erfolgt die Reinigung und Desinfektion
der Zitzenkuppe gründlich mit einem separaten, alkoholgetränkten Einwegtuch
für etwa 15 Sekunden pro Zitze (vorzugsweise 70-prozentiger Ethylalkohol). Die Zitzen der vom Probennehmer abgewandten Seite werden zuerst gereinigt und desinfiziert, jedoch zuletzt beprobt.

Zur Probenentnahme müssen Einmalhandschuhe getragen werden. Die Röhrchen werden unmittelbar vor der Probenentnahme möglichst erst unter der Kuh geöffnet und sollten horizontal gehalten werden, um Kontaminationen zu verhindern. Der Verschlussstopfen wird mit der Innenseite nach unten gehalten, wobei ein Berühren der Innenfläche des Stopfens zu vermeiden ist.

Die Entnahme erfolgt vorzugsweise nach Einsetzen der Milchejektion und Abmelken des ersten Milchstrahls mit möglichst geringem Druck und bevorzugt durch ein einziges Entleeren der Zitze. Das Zitzenende darf den Rand des Probenentnahmegefäßes nicht berühren. In der Regel sind 5–10 ml ausreichend; bei Verdacht auf Mykoplasmeninfektion sollte man zunächst ein spezielles Medium vom Labor anfordern. Beim Verschluss der Röhrchen ist darauf zu achten, dass ein ausreichendes Luftpolster belassen wird, damit eine Durchmischung der Probe gewährleistet wird. Die Behältnisse für die Milchproben müssen steril und mit dicht schließenden Verschlüssen versehen sein. Es ist unbedingt notwendig, die Röhrchen vor der Probenentnahme mit fortlaufenden Nummern o. ä. zu beschriften und eine Stall- oder Untersuchungsliste als Unter - suchungsantrag und zur Probenidentifizierung zu führen. Eine Farbkennzeichnung der Verschlüsse kann für die Zuordnung der Euterviertel vorteilhaft
sein.

Die gefüllten Probenentnahmegefäße werden für den Transport in geeignete Behältnisse verbracht. Der Probenversand sollte schnellstmöglich erfolgen. Nach Entnahme sollten die Proben bis zum Versand auf 6 °C gekühlt und gelagert werden. Eine Konservierung der Proben ist erforderlich, sofern der Ansatz zur mikrobiologischen Untersuchung trotz Kühlung der Proben nicht innerhalb von 24 Stunden nach Entnahme der Probe durchgeführt werden kann oder eine Abkühlung der Proben unmittelbar nach der Probenentnahme nicht möglich ist. Zur Konservierung sind Borsäurepräparate, die eine Konzentration von 0,5 bis 0,6 Prozent H3 BO3 in der Probe garantieren, besonders geeignet. Im Handel sind Fertigpräparate für diesen Zweck erhältlich. Derart behandelte Proben können 24 Stunden bei Zimmertemperatur (ca. 20 °C) und weitere 24 Stunden bei 4–6 °C bis zur Untersuchung gelagert werden.
Die Konservierung über Tiefkühlung ist ebenfalls möglich. Dabei haben Mastitiserreger, wie Staphylococcus aureus und verschiedene Koagulase-negative Staphylokokken (KNS), unveränderte bzw. höhere Isolierungsraten, während eine Abnahme der Nachweisraten für andere Spezies nicht ausgeschlossen werden kann.

Aus den Leitlinien zur Probengewinnung für die bakteriologische Diagnostik beim Schwein, Rind, Geflügel und Fisch, erstellt vom Arbeitskreis „Antibiotikaresistenz“ der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG).
 

Auswertung

Die Befunde liegen in der Regel innerhalb von 2 Tagen nach Laboreingang bei Ihnen und Ihrem Tierarzt vor. Wir versenden die Ergebnisberichte schnell und unkompliziert an die angegebenen Fax-Nummern. alternativ: PathoProof™
Mit dem MEDI-Verfahren ( Pathoproof) erhalten Sie die Ergebnisse noch am gleichen Tag.

Absicherung der Ergebnisse

Wir nehmen regelmäßig an internationalen Ring- und Vergleichsuntersuchungen teil, um unsere Leistung zu überprüfen.
Zertifizierte Referenzstämme der einzelnen Erreger werden eingesetzt und dienen als Maßstab für die Beurteilung.

Das wichtigste für die Untersuchungsqualität Ihrer Probe ist die saubere Probenahme und die schnelle Lieferung ins Labor.
 

Stand: 08.01.2019