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Paratuberkulose

Paratuberkulose

Aus diesen Seiten haben wir Ihnen nützliche Informationen zum Thema Paratuberkulose zusammengestellt. Die Seite erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Maßnahmen sind immer zusammen mit Ihrem Tierarzt abzuklären.
Das IfM bietet die Untersuchung auf MAP-Antikörper mittels ELISA an.

Dieses Youtube Video von "JohnesDiseaseWhiteboards" gibt einen ersten guten Überblick.

Allgemeine Informationen

Die Paratuberkulose oder auch „Johne´sche Krankheit“ ist eine bakteriell verursachte chronisch entzündliche Darmerkrankung, hauptsächlich der Haus- und Wildwiederkäuer.
Paratuberkulose tritt auf der ganzen Welt auf und ist auch in Deutschland weit verbreitet.
Der Erreger heißt Mycobacterium avium supsp. paratuberculosis - kurz: MAP.
Gefährdet sich mit der Paratuberkulose zu infizieren sind Kälber ab der Geburt und in den ersten Lebensmonaten, danach sinkt das Risiko einer Infektion.
Erkrankt an Paratuberkulose sind überwiegend ältere Tiere.
Der Erregernachweis ist meldepflichtig.

Krankheitsverlauf

Die Infektion erfolgt überwiegend fäkal-oral über Kotkontaminationen oder erregerhaltiges Kolostrum. Der erste Infektionsort ist der Darm des Rindes, in den ersten 2 Jahren sind bei den Tieren keine Symptome feststellbar und eine Erregerausscheidung mit dem Kot ist in der Regel nicht messbar.

In der zweiten Phase (2 – 10 Jahre) beginnt die oft intermittierende Erregerausscheidung und im Tier findet eine Immunantwort statt. Es kann zu einem Abfall in der Milchleistung und einer erniedrigten Reproduktion kommen. Diese Tiere zeigen immer noch keine Krankheitssymptome.

Dann kommt die Phase mit klinischen Symptomen, die Tiere haben intermittierende, teils wässrige nicht zu behandelnde Durchfälle, sie magern ab, die Milchproduktion sinkt weiter.
Die Futter- und Wasseraufnahme ist oft lange ungestört, bis es schließlich zur Niederbruchphase kommt und die Tiere an hochgradiger Abmagerung und Dehydration sterben.

Die Paratuberkulose gewinnt immer mehr an Bedeutung bei jungen Kühen im Rinderbestand, denn die Milchleistung sinkt, es gibt keine richtigen Mastzunahmen, die Körperkondition ist schlecht, der Immunitätslage der Tiere ist schlecht, Abgänge nehmen zu und Zwischenkalbezeiten sind verlängert. Beeinflussung der Leistungsparameter ist abhängig vom Grad der Durchseuchung (Prävalenz) mit MAP

Therapie und Prophylaxe

Eine herkömmliche Therapie gibt es nicht. Um die Paratuberkulose im eigenen Bestand zu minimieren bedarf es einer Kombination aus regelmäßigen Untersuchungen UND Hygienemaßnahmen.

Das Ziel des Programms der niedersächsischen Tierseuchenkasse ist es, dass Vorkommen von MAP in Rinderbeständen zu vermindern.
(NPVP = Niedersächsisches Paratuberkulose Verminderungsprogramm)

Kälber müssen vor Kuhkot geschützt werden, das heißt, die Kühe sollten sauber zur Abkalbung kommen in eine gereinigte Abkalbebox.
Die Kälber müssen sofort aus dem Abkalbebereich entfernt werden und dürfen kein Kolostrum von „Paratuberkulose-(serologisch)-positiven“ Kühen erhalten.
Getrennte Abkalbebereiche für „Paratuberkulose-serologisch-positive“ und „negative“ Tiere.
Kälber, Jungvieh und Kühe sollten getrennt aufgestallt werden und in sinnvoller Reihenfolge gemistet werden. Es empfiehlt sich separates Werkzeug für Mist und Futter, etc.
Die Gefahr Paratuberkulose in den eigenen Bestand einzuschleppen geht hauptsächlich von Zukaufstieren aus infizierten Beständen aus.

Diagnostik

Die Untersuchung auf Paratuberkulose wird erst ab 24 Lebensmonaten empfohlen und ist auch dann, bedingt durch den Erreger und den Krankheitsverlauf, nicht einfach.

Es gibt die Möglichkeit Kot mittels PCR (Polymerase-Kettenreaktion, DNA-Nachweiss) oder mittels Anzüchtung einer Kultur (dauert 12 Wochen) zu untersuchen. Da der Erreger oft intermittierend ausgeschieden wird, kann ein erkranktes Tier in der Untersuchung auch „negativ“ sein, da zur Zeit der Beprobung gerade kein Erreger ausgeschieden wurde.
Ein Erregernachweis durch die PCR oder Kultur ist meldepflichtig.

Weitere Möglichkeiten der Diagnostik ist eine Untersuchung von Milch oder Blut mittels ELISA (Enzyme Linkend Immunosorbent Assey), bei der von dem Tier gebildete Antikörper (AK) nachgewiesen werden können. Auch hierbei kann ein Tier zur Zeit der Beprobung ohne AK-Ausscheidung sein und wird dadurch fälschlich „negativ“.
Der positive AK-Nachweis im Blut oder in der Milch erlaubt die Aussage, dass das Tier ‚Paratuberkulose-serologisch-positiv‘ ist und dass es MAP im Bestand gibt, es ist nur ein Hinweis auf Risikotiere.
Ein positives Testergebnis mittels ELISA unterliegt nicht der Meldepflicht.

 

Kostenfreie Erstuntersuchung

Der Tierhalter kann die Tiere mit einem positiven Milchergebnis im Blut nachuntersuchen lassen und die Trockensteher auch bluten lassen, damit er ein komplettes Herdenergebnis (alle Tiere > 24 Monate) hat.

Probenahmeauftrag (BHV1 / Paratuberkulose)
Probenahmen aus MLP Proben für Milchkontrollvereine und Milcherzeuger

 

Teilnahme am MAP-Verminderungsprogramm

 

Einsendeauftrag Milch- / Blutproben

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